Drei Personen ernten Trauben in einem Weinberg, im Vordergrund sind Trauben in einem Korb sichtbar.© DZT/J. Wegener
Karte von Saale-Unstrut in gelbem Kreis, umgeben von einer helleren Gelbtönung, mit dem Schriftzug Saale-Unstrut.

Wo Wein die Landschaft formt

Entlang von Saale und Unstrut breitet sich eine Weinlandschaft aus, die 1.000 Jahre Tradition atmet und das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands ist. Auf rund 800 Hektar bauen mehr als 60 Weingüter über 60 Rebsorten an. In diese Region einzutauchen, lohnt sich auf viele Arten.

Das Auge streift über weite Flusstäler und steile Terrassen voller Reben. Der Gaumen spürt ein elegantes bis fruchtiges Bukett mit mineralischer Note. In der Weinregion Saale-Unstrut genießt man Landschaft und Wein zugleich. Wander-, Rad- und Wasserwege führen durch malerische Auen, Wiesen und Wälder, vorbei an Steilhängen und Burgen.

Entlang der Weinstraßen laden Weingüter und Straußwirtschaften zur Genusspause ein. Wo ein Strauß oder Kranz aus Blumen und Zweigen hängt, schenkt der Winzer direkt aus. Vom Weißburgunder über Riesling und Müller-Thurgau bis zum Spätburgunder und Dornfelder spiegeln die Weine den Charakter der Region wider, geprägt von Muschelkalkböden.

Zwei Highlights im Glas

An der Saale zwischen Bad Kösen, Naumburg und Goseck liegen die Rebflächen des traditionsreichen Landesweinguts Kloster Pforta. Mit dem Weinbau, den die Zisterzienser ab 1138 hier betrieben, wurde ein wichtiger Baustein für die heutige Wein-Kulturlandschaft gelegt. Das Weingut führt diese Tradition fort. Bei Führungen, Weinlese und Weinproben begegnet man dem Wein mit allen Sinnen.

In Freyburg an der Unstrut wird es prickelnd. 1856 beginnt hier die Geschichte von Rotkäppchen – in diesem Jahr feiert die Marke ihr 170-Jähriges. In der Rotkäppchen Erlebniswelt erfahren Besucher, wie das Prickeln in die Flasche kommt, erleben die Kellerei-Geschichte und können bei der Sabrageführung selbst eine Flasche mit dem Säbel köpfen – wie einst Napoleon. Welcher Tropfen mit nach Hause darf, entscheidet sich leichter nach einer Verkostung oder dem Besuch in der Pavillon-Bar.

Zwischen Frühjahr und Herbst ist die beste Zeit, um die Weinlandschaft zu erleben und möglichst häufig Sträuße an den Wirtschaften zu finden.