
Hanse trifft auf Natur
Mittelalterliche Hansestädte, ausgedehnte Elbwiesen, kreisende Störche oder die traditionelle Hochzeitssuppe – in der Altmark im Norden Sachsen-Anhalts offenbart sich eine Kulturlandschaft mit unverwechselbarem Charakter. Als „Wiege Preußens“ ist die Region fest in der deutschen Geschichte verwurzelt und heute eine liebenswerte Heimat für Alteingesessene, Zuzügler und Rückkehrer. Für ihre Gäste verbindet die Altmark Entschleunigung, Kultur und Natur auf originelle und reizvolle Weise.
Die Altmark ist zu groß, um sie in eine Schublade zu stecken – zu vielschichtig, um ihr ein Etikett zu verpassen: Aus der Region kommt die älteste Biermarke, hier war Otto von Bismarcks Heimat, in Stendal steht das größte begehbare Trojanische Pferd der Welt und der auf einem altmärkischen Vierseitenhof gedrehte Film „In die Sonne schauen“ erhielt 2025 bei den Filmfestspielen in Cannes den Preis der Jury.
Bei aller Vielfalt ist das Verbindende mit Sicherheit die Weite der Landschaft, die den Landstrich zu einem Sehnsuchtsort inmitten des Dreiecks Berlin-Hamburg-Hannover macht.
Gleich zwei UNESCO-Biosphärenreservate liegen in der Altmark: Das Schutzgebiet Mittelelbe mit seinen Auwäldern beheimatet Biber und Seeadler. Der Drömling an der Grenze zu Niedersachsen ist ein Sumpfgebiet mit Erlenbruchwäldern, das sich zu Fuß, auf dem Pferd oder mit dem Rad erkunden lässt.
Doch es ist nicht nur die unberührte Natur – neben den alten Hansestädten haben in der Altmark auch die Park- und Gartenanlagen eine lange Tradition. Spaziergänger können im Krumker Park eine 400 Jahre alte Buchsbaumhecke bewundern oder die gärtnerisch gestalteten Wallanlagen zu Gardelegen entdecken.
Von der kleinen Dorfkirche aus Feldsteinen in Krusemark bis hin zum imposanten Dom St. Marien in Havelberg – mehr als 500 Kirchen geben einen Einblick in die Stilepochen der Architektur. Die bewegte Geschichte wird für Besucher im Freilichtmuseum Diesdorf, im Prignitz-Museum Havelberg, im Winckelmann-Museum Stendal sowie in den Stadtmuseen der Hansestädte erfahrbar.
Kulturell vielfältig
Das heutige Kulturleben ist bunt und vielfältig und besticht durch Formate wie die Altmark Festspiele von Mai bis September mit Lesungen, Konzerten und Installationen. Jährlich Mitte September begeistert das Kunstfestival „Wagen & Winnen“ mit rund 30 Veranstaltungsorten in der Altmark und dem Wendland. In der Künstlerstadt Kalbe (Milde) kommen Leute aus ganz Europa zusammen, um sich in den dortigen Werkstätten und Ateliers künstlerisch auszudrücken.
Der Hafen in der Kaiser- und Hansestadt Tangermünde wird im Sommer 2026 erstmals zur Kulisse einer Open-Air-Inszenierung des Theaters der Altmark.
Entspannen im Sattel
Die Altmark ist ein Traum für Pferdeliebhaber: Wiesen, Felder, Auen und Wälder bieten facettenreiche Möglichkeiten für den perfekten Ausritt. Wer die Weite der Landschaft im Sattel erkunden möchte, ist in dieser pferdefreundlichen Region richtig. So gibt es zahlreiche Höfe, Reithallen und Unterkünfte, die auf Pferdefreunde ausgerichtet sind. Der Verein „Sternreiten in der Altmark“ unterhält ein weitläufiges Reitwegenetz. Von den ersten Reitversuchen bis hin zu mehrtägigen Trail-Ausritten gibt es für Anfänger und Fortgeschrittene die passenden Formate.
Tradition hat auch die Pferdezucht – so können beispielsweise auf Veranstaltungen wie dem Havelberger Pferdemarkt die Fohlen, Stuten und Hengste von Züchtern der Region bewundert werden – insbesondere die altmärkischen Kaltblutpferde.
Faszinierende Gemäuer
Der Backstein ist prägend für die Architektur in der Altmark. Von Gutshöfen über Rathäuser bis hin zu Klöstern und Kirchen – die Steine aus gebranntem Lehm bestimmen das Erscheinungsbild der beeindruckenden Bauwerke. Vor allem in den acht historischen Hansestädten Stendal, Salzwedel, Osterburg, Havelberg, Gardelegen, Seehausen, Tangermünde und Werben zeugen die Gemäuer von der einstigen Bedeutung der Region.
Die Stiftskirche im Kloster Jerichow gilt als der älteste Bau der Backsteinromanik in Norddeutschland. Zeugnisse aus der Backsteingotik sind das Uenglinger Tor in Stendal und das Rathaus von Tangermünde mit seiner kunstvoll gemauerten 24 Meter hohen Schauwand.





























